Tempolimit auf deutschen Autobahnen ?

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Poldi-NRW

Beitrag von Poldi-NRW »

Ich bin häufig auf Autobahnen in B und NL unterwegs und habe den Eindruck, dass der Verkehr dort entspannter läuft.
Kann ich voll und ganz bestätigen, natürlich dauern Überholvorgänge länger, aber das weiss man ja und kann sich darauf einstellen, ist ja keine Landstaße wo man schnellstmöglich vorbei müsste, also Drängelei wie in Deutschland habe ich bisher in NL noch nicht so erlebt. Da man vorher bei der Streckenplanung die Geschwindigkeit mit einplanen kann, da bekannt bis auf einige Abschnitte, versucht man u.a. auch nicht wie in Deutschland noch ein paar Minuten durch Drängellei rauszuholen, man geht es halt viel gelassener an.
Und wenn man mal schnell fahren will, fährt man auf die abgesperrte Rennstrecke, die die meisten ab größten tönen, sieht man nacher auf dem Abschleppwagen wieder :-)

In den USA und Canada ist es ähnlich, da cruist man halt sozusagen mehr auf dem Highway (in den Großstädten kriecht man oftmals mehr als man fährt) und die meisten US Fabrikate sind auch dementsprechend ausgelegt, bei sportlichem fahren durch die Rocky Mountains Serpentinen fühlt man sich wie bei hoher Windstärke auf einem Schiff, in der klassischen Pylonendurchfahrt dürften viele, nicht alle, US Autos schlechte Werte erreichen...

Da was in Deutschland getan werden müsste wäre als erstes Mal ein Tempolimit jenseit der 120 km/h einzuführen, denn das gibt es lt. Gesetz nicht. Dann könnte man auch sinnvoller Limits einrichten und würde daher auch sicherlich eine höhere Akzeptanz erreichen, wenn z.B. Schilderbrücken mehr als 120 km/h anzeigen könnten, was ja teilweise auch nicht gewünscht ist, aber derzeit hat man nur die Wahl entweder nichts oder 120 km/h oder weniger.

Desweiteren sollte dringenst mal ein generelles LKW Überholverbot her, da dadurch vielfach Unfälle und Rückstaus verursacht werden, obwohl es quasi ja schon eins gibt, der Gesetzestext sagt ja eindeutig der Überholende muss wesentlich schneller sein, als wesentlich gelten in der Regel 10 km/h zumal es ja auch noch zusätzlich das neuere Gesetz gibt, daß sog. Elefantenrennen verboten sind, die Strafen sind aber zu gering und die Polizei prüft nicht entsprechend. Bei einem generellen LKW Überholverbot, müsste man allerdings auch Überholmöglichkeiten für LKWs schaffen, ähnlich der LKW Spur bei starken Steigungen.

Dann fehlt noch eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Kleintransporter, die Unfallzahlen steigen von Jahr zu Jahr, fast alle Unfälle haben schwerwiegende Folgen, die Kleintransporter sind halt schlicht auf Grund ihrer Bauform und Reifen überfordert bei hohen Geschwindigkeiten noch ausreichend sicher reagieren zu können, deswegen kommen Pakete auch nicht später, denn der Zeitunterschied z.B. zwischen 120 km/h und 160 km/h ist sehr gering wenn man nicht eine freie Fahrbahn hat und konstant fahren kann, mal abgesehen vom deutlich höheren Spritverbrauch bei Dauervollastfahrten.

Ich denke ein generelles Tempolimt ist sinnvoll, jedoch nicht unbedingt bei 130 km/h, 160-180 km/h wären sicherlich akzeptabel, zumal die Schwere der Unfälle in der Regel auch mit der Geschwindigkeit gekoppelt ist, wie auch unsere Statistiken zeigen, auf den Abschnitten bei uns ohne Begrenzung passieren häufiger Unfalle und wenn, dann auch meist schwerere.

Die meisten Porschefahrer die ich kenne, drängeln nicht, da sie es nicht nötig haben, sie wissen ja das sie schneller sind und die meisten fahren auch einen Porsche u.a. wegen der Beschleunigung und nicht wegen der Endgeschwindigkeit, schnell fahren bzw. zu schnell fahren kann man mit fast jedem Auto, aber der Weg dahin ist ein anderer :-)
Teddybär 1964
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Beitrag von Teddybär 1964 »

Barus hat geschrieben:
dl4rab/m hat geschrieben: Ich bin häufig auf Autobahnen in B und NL unterwegs und habe den Eindruck, dass der Verkehr dort entspannter läuft.
Genau das kann ich nicht bestätigen. Dort passieren Überholvorgänge in Zeitlupe. Die Autos verschwinden teilweise minutenlang im toten Winkel. Da muß man extrem aufpassen. Jedoch wird vielen eine höhere Sicherheit vorgegaukelt, da man ja nicht so schnell unterwegs ist. Ich bin jedenfalls jedes mal wieder heilfroh in Deutschland zu sein, um Überholvorgänge zügig abschließen zu können...

Ja, wozu mußt Du denn noch überholen ?? Um dann 2,38 Km/h schneller zu sein als die, die das Tempolimit einhalten - oder was ? Wenn Du Dich daran hältst, fährst Du auch entspannter - und wenn Dein Vordermann langsamer als Limit fährt dauert Dein Überholvorgang auch nicht sehr lange. Ist nicht sehr stichhaltig dieses Argument.

Mit dem "zügigen" Abschließen von Überholvorgängen auf deutschen Autobahnen verhält sich das dann doch eher so, dass die Mehrheit der Fahrzeuge auf der gerammeltvollen linken Spur fahren - rechte Spur absolut "unterbesetzt" und der "Überholvorgang" sich eher über dutzende von Kilometern hinzieht - sprich zum "Dauerüberholen" wird (sofern man das so nennen kann). Diese Situation und die extremen Tempounterschiede führen in nicht unerheblichem Maße zu Staus.
Aber jeder will ja schneller sein und "muß" auch überholen. Besonders lustig find ich die Typen, die 2 Kilometer bevor sie die Bahn verlassen noch mal mit Schmackes und Trara an mir vorbeiziehen um dann mit qualmenden Socken in die Ausfahrt zu rauschen.

Ich bin immer froh, die deutsche BAB verlassen zu können und genieße den ruhigen Fahrstil im Ausland auf limitierten Bahnen. Mit dem vorhanden Limit entfällt halt auch die "Notwendigkeit" ständig zu überholen :wink: .
Barus hat geschrieben:
Wer hier langsam fahren will, kann das ja auch tun. Am besten mit 90 auf der rechten Spur hinter den LKWs. :wink:

Ganz bestimmt nicht ! Aber der Spruch zeigt, dass ich mit meinen Ansichten wohl nicht so falsch liege (auch wenn ich meine eine gewisse Ironie zu entdecken). Rechte Spur = Kriecher / Linke Spur = Dauerbenutzung für die schnellen Überholer.

Leider falsch, da Rechte Spur = Normalspur zum Fahren (da Rechtsfahrgebot) / Linke Spur = nur zum Überholen ! Das hat aber die Mehrheit der Autofahrer sehr schnell nach Erhalt der "Pappe" vergessen, wie die alltägliche Situation auf der BAB zeigt.


Gruß
Michael
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Beitrag von insideR »

Teddybär 1964 hat geschrieben:Leider falsch, da Rechte Spur = Normalspur zum Fahren (da Rechtsfahrgebot) / Linke Spur = nur zum Überholen !
Falsch, besonders auf dreispurigen AB:
-rechte Spur für LKW= langsam
-Mittelspur = mittelschnell, ca 120
-linke Spur = sehr schnell bis zu schnell
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Barus
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Beitrag von Barus »

Teddybär 1964 hat geschrieben: Ja, wozu mußt Du denn noch überholen ?? Um dann 2,38 Km/h schneller zu sein als die, die das Tempolimit einhalten - oder was ? Wenn Du Dich daran hältst, fährst Du auch entspannter - und wenn Dein Vordermann langsamer als Limit fährt dauert Dein Überholvorgang auch nicht sehr lange. Ist nicht sehr stichhaltig dieses Argument.
Habe ich geschrieben, dass ich überholen muß? Ich fahre dort oft auf der Mittelspur, oder rechts und werde mit 2,38km/h Überschuß überholt. Und ich finde es alles andere als entspannend, darauf zu warten, ob wieder mal einer aus dem toten Winkel auftaucht... Zumal, wenn man keinen Tempomat hat und ausländisch navigieren muß...
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Stev
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Beitrag von Stev »

ich bin jedenfalls gegen eine Limitierung...darf doch jeder für sich entscheiden, falls die Ab mal eine Kurve macht oder so ist es durchaus sinnvoll..aber 3 spurige ewig gerade aus gehende...NEIN Danke
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Beitrag von Lupolaner »

@insideR: ...falsch; auch auf dreispurigen bahnen gilt das linksfahrgebot!!!

die besten erfahrungen habe ich bisher in usa und in skandinavien gemacht. dort ist das fahren einfach ruhiger und entspannter, man überholt gelassen und läßt überholen. klar, in den usa war auch das linksüberholtwerden gewöhnungsbedürftig, aber nach 'n paar tagen hatte man das auch intus. besonders in schweden gefielen mir die breiten straßen, so daß man auch bei gegenverkehr überholen konnte, weil da alle platz machen und viel rücksichtsvoller fahren...
als mitglied in der feuerwehr habe ich auch die erfahrung gemacht, daß gerade nach dem ende der ddr die zahl und schwere der verkehrsunfälle unverhältnismäßig in die höhe schnellte. schnelle, starke (und z.t. auch unsichere) fahrzeuge auf den pisten, die großen geschwindigkeitsunterschiede zwischen den fahrzeugen und auch die ps-protzerei waren da, wie ich denke, in großen umfange ursächlich.

naja, eigentlich bräuchte es ein tempolimit nicht, aber leider sind nunmal die deutschen naturen nur zur aufgabe ihrer persönlichen freiheiten zu bewegen, wenn dann wirklich erst 'was verboten wird und empfindliche strafen drohen - und das ist meiner meinung nach das grundübel. jeder versucht, irgendwie schneller, besser zu sein und wird dadurch immer rücksichtsloser. Manchmal vermisse ich einfach mal 'ne richtig gute Werbung für den §1stvo, ob nun als plakat, in funk oder tv!!!
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Beitrag von insideR »

Lupolaner hat geschrieben:@insideR: ...falsch; auch auf dreispurigen bahnen gilt das linksfahrgebot!!!
Erzähl das dem 80jährigen, der sich am Lenkrad festhält.
Manche Autos haben so viele Fehler, dass es besser ist, den Fahrer zu tauschen.
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Beitrag von AMenge »

Sigma hat geschrieben:Ich denke, den entscheidenden Punkt hast Du erkannt: Ich meine, das man als normaler Fahrer maximal bis 70 km/h mit seinem Fahrzeug auch in Ausnahmesituationen noch ausreichend Beherrschung an den Tag legen kann. Wer was anderes glaubt, bitte schön, aber das geht an der Realität vorbei.
Das sehe ich anders. Wenn diese Einstellung bei deinem Training heraus gekommen ist, dann hat der Instruktor was falsch gemacht. So ein Training soll durchaus die Grenzen der Machbarkeit aufzeigen, umgekehrt aber auch die Möglichkeiten darstellen, die man im Ernstfall noch hat. Und die kann man nicht so ohne weiteres an der Geschwindigkeit festmachen. Die Frage, ob ich als Fahrer noch was geregelt kriege, ist immer situationsabhängig. Gerade auf Autobahnen, und um die geht es hier ja, hat man meistens viel Zeit und Platz, um zu reagieren. Man muss nur beides nutzen und genau das passiert häufig nicht.
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Beitrag von AMenge »

diwa68 hat geschrieben:
matt hat geschrieben:Man muss auch ganz klar zwischen Rasen und schnell fahren unterscheiden.
Und wo ist da der Unterschied?
Wenn dir der nicht bekannt ist, dann macht eine Diskussion mit dir wenig Sinn. Aber zur Erklärung: "Rasen" bedeutet, eine für die Situation unangemessene Geschwindigkeit zu wählen. Mit der absoluten Geschwindigkeit hat das nichts zu tun. Auch mit Tempo 50 kann man ein Raser sein.
Die Frage, wo "schnelles Fahren" anfängt, lässt sich so ohne weiteres nicht beanworten, da dies jeder anders sieht. Für den einen ist 130 schon sehr schnell, der andere fährt 200 relativ entspannt.
diwa68 hat geschrieben:Autofahren um Spass zu haben (und nicht um von A nach B zu gelangen) ist ja wohl so ziemlich dass blödeste was man machen kann...
Das ist in etwa auf dem Niveau derjenigen, die ihr Motorrad nur am Wochenende aus dem Schrank holen um damit ziellos durch die Gegend zu fahren...
Kannst du das auch etwas näher begründen? Was genau spricht aus deiner Sicht dagegen, wenn ich am Wochenende mein Motorrad aus der Garage hole, um meinem Hobby nachzugehen? Falls du da auf den Umweltaspekt anspielen solltest: Da möge sich bitte jeder an die eigene Nase fassen, der mit dem Auto unterwegs ist, um seinem Hobby nachzugehen. Sei es die Familie, die in den nächsten Freizeitpark fährt oder der Fussballer, der jedes Wochenende zu seinen Spielen fährt.
diwa68 hat geschrieben:Ein Limit von 130 würde mir nichts ausmachen.
Ich bin auch meistens mit GRA unterwegs. Das ändert aber nichts daran, dass ich gern selbst über meine Geschwindigkeit entscheide. Und wenn ich schneller fahren möchte und die Situation es erlaubt, dann spricht aus meiner Sicht nichts dagegen.
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Beitrag von Aotearoa »

insideR hat geschrieben:
Lupolaner hat geschrieben:@insideR: ...falsch; auch auf dreispurigen bahnen gilt das linksfahrgebot!!!
Erzähl das dem 80jährigen, der sich am Lenkrad festhält.

Es gibt diese Regeln. Ließ mal in der StvO. Man hat die auch in der Fahrschule gelernt, aber wer kann sich danoch daran erinnern.
Ich weiß wie die Realität auf den Autobahnen aussieht.
Liegt das aber nicht nur daran, das viele ihre CPU beim Autofahren auf minimal Betrieb runterfahren ? Welche gründe hat es, das hier in D so Aggressiv gefahren wir ? Leben wir nur noch in der Stressgesellschaft ?
Oder muß ich auf Teufel komm raus allen anderen Beweisen, was ich für ein toller Kerl bin, nur weil ich schneller fahre und die Lichthupe bzw. Nebelscheinwerfer bedienen kann ?


Zur USA: Ja das fahren ist da viel entspannter. Kann ich selbst bestätigen.
Wenn man dann wieder hier ist, merkt man erst , wie aggressiv hier gefahren wird (so mit dicht auffahren usw.).
Man muss dazu aber auch eins sagen, das Tempolimit in den USA wird viel strenger kontrolliert. Man kann keine 50 Kilometer fahren ohne nicht einmal die Highway Patrol gesehen zu haben. Auf der anderen Seite sind die passiven Sicherungsmassnahmen (zB. Leitplanken) viel schlechter ausgebaut als hier. Man hat auf dem Lande so war meißtens einen breiten (sehr breiten) Grasmittelstreifen, nur was nützt der mir, wenn ich darüber in den entgegenkommenden Verkehr fahren kann. Dazu dann noch die in Durchschnitt schlechtere Ausbildung als Fahrzeugführer.
Ich sehe das geringe Tempolimit (was von Bundesstaat zu Bundesstaat noch variiert - Montana zB. hat teilweise freie fahrt ) als Schutz für die Bürger an. Nach dem Motto, den sie wissen nicht was sie tun.
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